Bitwise Chief Investment Officer Matt Hougan argumentiert, dass der Anker-Bias sowohl traditionelle als auch Krypto-Anleger daran hindert, das Ausmaß von Wall Streets Hinwendung zu blockchain-based infrastructure zu erkennen.
Was passiert ist: Tokenisierung beschleunigt sich
Hougan legt in seinem jüngsten Memo dar, welche Entwicklungen seiner Ansicht nach einen grundlegenden Wandel im Umgang der traditionellen Finanzwelt mit Blockchain-Technologie zeigen. SEC-Vorsitzender Paul Atkins startete „Project Crypto“, eine behördenweite Initiative zur Modernisierung der Wertpapierregulierung für On-Chain-Märkte.
BlackRock-CEO Larry Fink sagte, die Branche trete in die frühen Phasen der Tokenisierung aller Vermögenswerte ein. BlackRock zog nach und launchte seinen 2-Milliarden-Dollar-BUIDL- tokenisierten Treasury-Fonds auf Uniswap (UNI).
Apollo tokenisierte seinen 700-Milliarden-Dollar-Diversified-Credit-Fund über sechs Blockchains und kündigte Pläne an, eine Beteiligung an Morpho zu erwerben. Große Banken – JPMorgan, Bank of America, Citigroup und Wells Fargo – diskutieren über einen gemeinsamen Stablecoin, während JPMorgan bereits einen Deposit-Token auf Base gestartet hat. Fidelity stellt einen Manager für DeFi-Vaults ein.
Trotz dieser Schritte, so Hougan, hätten traditionelle Anleger die Veränderungen noch nicht verinnerlicht. Selbst Krypto-Anleger zeigten Ermüdungserscheinungen gegenüber den immer wiederkehrenden Behauptungen institutioneller Adoption, fügte er hinzu.
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Warum es wichtig ist: Wahrnehmung versus Realität
Hougan verwies auf den Anker-Bias – die Tendenz, sich auf die erste erhaltene Information zu fixieren – als Hauptgrund dafür, dass Anleger einen der größten Umbrüche in der finanziellen Infrastruktur übersehen.
Er stellte fest, dass tokenisierte Real-World-Assets von 2020 bis 2025 stark gewachsen sind, auch wenn offen bleibt, ob der Wert eher öffentlichen Layer-1-Netzwerken wie Ethereum (ETH) und Solana (SOL), quasi-privaten Blockchains wie Canton Network und Tempo, DeFi-Token oder Unternehmen im Ökosystem zufließen wird.
„Die größten Alpha-Chancen entstehen, wenn das Konsensnarrativ abgestanden ist und die Realität weitergezogen ist, Anleger aber noch am alten Storytelling festhalten“, schrieb Hougan. „Genau an diesem Punkt stehen wir heute bei Krypto.“
Hougan schloss sein Memo, indem er die Diskrepanz eher als Investmentchance denn als bloßes Marktversagen darstellte. Es gebe „eine große Delta zwischen dem, was die Leute glauben, was in Krypto passiert, und dem, was tatsächlich passiert“, schrieb er, und argumentierte, dass diese Lücke dafür spreche, eine breite Exponierung gegenüber dem Sektor aufzubauen, statt einzelne Gewinner herauspicken zu wollen. Der strukturelle Wandel werde seiner Ansicht nach falsch bepreist. „Wenn man ihn als das erkennt, was er ist, gibt es sehr viele Chancen“, schrieb er.
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